Der Wilde Mann

„wild“ – woran denken wir dabei, welche Vorstellungen verbinden wir damit?

„Wilde“ bzw. „Eingeborene“? Wilde Tiere? Jemand, der ungestüm ist, ungezähmt? Grob, roh, barbarisch, ungehobelt, unzivilisiert, ohne Manieren?

Wie ist es mit „wild“ im wahrsten Sinne des Wortes – noch ganz ohne Manieren (und Manie!) – eben wie wilde Tiere, wilde Pflanzen, wilde Wälder, wilde Menschen – nämlich einfach nur natürlich, mit der Natur verbunden, ganz und gar genau so wie von der Schöpfung gemeint.

Gerade in der heutigen Gesellschaft brauchen wir dieses Wilde in unserem Leben als einen wesentlichen Bestandteil der gelebten (Natur)Spiritualität.

Es ist die Sehnsucht nach dieser Wildheit, diesem ursprünglichen und wesentlichen Teil unserer Seele, was unser Lebens ausmacht – und es sind Momente, wie diese, in denen wir uns daran erinnern: barfuss am Strand, durch einen Bach oder über das Gras laufen, jedes Sandkorn, jeden Tropfen Wasser, jeden Grashalm spüren; im Wald sitzen, eins werden mit dem Wald, die vielfältigen Gerüche einatmen und den Geräuschen lauschen, die Sonne ins Gesicht scheinen und uns wärmen lassen; nachts unter dem Sternenhimmel liegen und staunen und sich freuen und nochmals staunen und sich noch mehr freuen. Diese Staunen, diese Freude spüren und durch alle Poren unseres Körpers strömen lassen und einfach lachen – mal still innerlich für sich, mal lauthals jauchzend.

Dieses Wilde, diese Wildheit ist unser Geburtsrecht.

Speziell wir Männer haben oft Angst vor dieser Wildheit, verwechseln sie mit Gewalt.

Doch während Gewalt erhebliche Schäden an der Seele – unserer eigenen, wie der von anderen (Menschen, anderen Wesen, der Natur…) – verursacht, ist der Wilde Mann in seiner Bedachtheit und Achtsamkeit ein Mensch der Natur und ähnelt in seinem Leben im Einklang mit der Schöpfung und sich selbst viel mehr einem Zen-Mönch oder einem Schamanen.

So ist der Wilde Mann in uns ein wesentlicher Teil unseres Lebens, der uns mit Kreativität und Heilung beschenkt.

Alte Rituale locken den Wilden Mann in uns aus der dunklen Höhle in unseren Alltag.

Am 10./11. März 2012 gibt es dazu passend ein Wochenende mit Männer-Schwitzhütte…

„Du wirst Zeit deines Lebens
von dem inneren, lernenden Wesen gelenkt,
von dem verspielten geistigen Geschöpf,
das dein wahres Selbst ist.“
Richard Bach (aus „Illusionen“)